Regattasegeln im GSC

Regatten: das bedeutet sportliches und wettkampforientiertes Segeln, meist im Zweier-Team. All dies hat einen hohen Stellenwert im Jugendsektor des Göttinger Segler Clubs. Jugendliche, die Spaß am Segeln haben und motiviert sind ihr Können unter Beweis zu stellen, werden von uns früh gefördert und an das Regattasegeln herangeführt. Die Jugendlichen erlernen das Segeln meist im Optimist und steigen dann sehr schnell in den Teeny um, indem sie dann ihre ersten Regattaerfahrungen sammeln. Der Göttinger Segler Club engagiert sich, was das Regattasegeln im Jugendbereich angeht, vor allem in der Teeny-Klasse sehr stark. In dieser Bootsklasse erlernen die Jugendlichen zu zweit all das, was sie für den späteren Umstieg in eine größere Klasse wie den 420er oder den Laser 2 benötigen. So gehörte der GSC, als der Teeny neu entwickelt wurde, Anfang der `90er Jahre, zu den Segelvereinen mit der größten Teeny-Flotte in Deutschland.

Regatten finden in ganz Deutschland statt, und auch darüber hinaus. Im Teeny-Bereich finden die Regatten meist in Nord-Deutschland statt, aber auch hier in der Region gibt es viele attraktive Regatten für Jugendliche, die im Regattasegeln noch nicht so erfahren sind. Ein Regattawochenende umfasst meist zwei Tage (Samstag/ Sonntag). An diesem Wochenende werden mehrere Wettfahrten gesegelt, aus dem sich am Ende der Sieger ermittelt. Wichtig hierbei ist es, dass die jugendlichen Segler von ihren Eltern in jeglicher Hinsicht unterstützt werden.

Regattasegeln bedeutet für Jugendliche zunächst körperliche Fitness, das heißt, dass es von Vorteil ist, wenn die Segler über genugKondition verfügen, um auch bei stärkerem Wind ihr Schiff sicher segeln zu können. Hierzu gehört natürlich auch funktionsgerechtes Material, welches der Club zur Verfügung stellt und mit Hilfe der Jugendlichen gepflegt und gewartet wird. Einen guten Regattasegler macht aber noch viel mehr aus als diese genannten Punkte. Hinzu kommen taktisches Geschick, das heißt, dass sie ein Gespür für den guten Start und für den richtigen Kurs entwickeln, sowie technisches Können. Hierbei lernen die Jugendlichen mit dem Boot aus technischer Sicht umzugehen und den richtigen Bootstrimm bei jedem Wind zu finden. Als letzter wichtiger Aspekt ist hier die Sensibilität zu nennen. Hierbei geht es darum, ein Gefühl für das Boot und dessen Geschwindigkeit zu entwickeln, um beispielsweise auch bei sehr leichten Winden das Boot ruhig zu segeln.

Aber nicht nur diese positiven Eigenschaften macht das Regattasegeln so interessant, sondern auch das soziale Umfeld spielt hierbei eine wichtige Rolle. Zunächst müssen die jugendlichen Regattasegler lernen, im Zweier-Team zu harmonisieren, wenn sie beispielsweise einen Teeny segeln wollen. Segeln sie nun oft Regatten, so lernen die Jugendlichen auch viele andere Segler aus ganz Deutschland kennen, die sie dann auf den verschiedenen Regatten wiedertreffen und aus denen sich dann oft enge Freundschaften entwickeln. So erlebt man es sehr häufig, dass sich die Segler auf dem Wasser harte Konkurrenzkämpfe liefern und sich keinen Meter schenken, an Land aber wieder die dicksten Freunde sind. Diese harmonische Atmosphäre wird aber nicht nur von den Jugendlichen geschätzt, sondern findet auch bei den meist befreundeten Eltern und Betreuern großen Anklang, was die Regattaszene im Wesentlichen ausmacht. So gibt es durch diese freundschaftlichen Beziehungen oft enge Zusammenarbeiten mit befreundeten Segelvereinen, die sich gegenseitig in vielerlei Hinsicht unterstützen und helfen.

Durch die frühe Förderung seiner jugendlichen Segler hat der Göttinger Segler Club in der Vergangenheit viele erfolgreiche Regattasegler hervorgebracht. Durch die zahlreichen Regattateilnahmen dieser Segler hat sich der GSC in ganz Deutschland einen Namen gemacht. Fragt man Segelvereine in Deutschland nach dem GSC, so kennen nur die Wenigsten den Göttinger Kiessee, doch viele bringen den GSC mit den vielen erfolgreichen Regattaseglern in Verbindung. So nehmen GSC-Segler nicht nur regelmäßig an Landes- und Deutschen Meisterschaften teil, sondern auch Europa- und sogar Weltmeisterschaftsteilnahmen kann der GSC auf seinem Konto verbuchen. So sind GSC-Mannschften zum Teil in ganz Europa unterwegs, um hier neue Reviere kennenzulernen und auch von ausländischen Seglern neue Dinge hinzuzulernen. So wird der Göttinger Segler Club auch über die Grenzen Deutschlands hinaus vertreten. Reifen diese Segler heran und werden älter, so versucht der GSC sie zu halten und diese als Übungsleiter zu gewinnen. Dies ist ein sehr wichtiger Prozess, weil nur so gewährleistet wird, dass auch kommende Generationen Jugendlicher trainiert werden können und von den Älteren und ihren zahlreichen Erfahrungen lernen können.

Aber nicht nur durch die vielen Regattateilnahmen hat sich der GSC über die Region hinaus bekannt gemacht, sondern auch durch den jährlich stattfindenden Gänselieselpokal.Diese große Teeny-Regatta trägt der GSC gewöhnlich jedes Jahr im Mai auf der Innersten Talsperre aus. Da der Gänselieselpokal immer circa zwei Monate vor den Deutschen Meisterschaften stattfindet, so ist diese Regatta oft schon eine Standortbestimmung für die Vorderen der Rangliste, die hier stark vertreten sind. So hatte der Gänselieselpokal 2003 nach den Deutschen Meisterschaften die zweitgrößte Meldezahl aller in Deutschland stattfindenden Teeny-Regatten, was für den GSC als Organisator spricht.

So kann man abschließend sagen, dass der gesamte Regattabereich durch seine vielen Regattasegler und den Gänselieselpokal einen großen Imagegewinn für den Göttinger Segler Club darstellt. Für die jugendlichen Segler bedeutet das Regattasegeln viele positive Eigenschaften, und damit ein Zugewinn in ihrer Entwicklung, von der sie auch im späteren Leben noch profitieren können. So ist es auch in Zukunft wichtig, dass sich der Göttinger Segler Club dem Regattabereich widmet und versucht, durch seine vielen ehrenamtlichen Helfer diesen aufrecht zu erhalten und noch voranzutreiben.

Jan Eric Nissen – Wettfahrtleiter im GSC