Ausflug an den Edersee

lis_kiesseeÜber die Ostertage waren Frank & Kai Kohlmeier mit ihrer neuen Lis-Jolle auf dem Edersee unterwegs. Entstanden ist ein sehr lesenswerter Bericht über ein interessantes Revier in unserer Nähe. Vielleicht animiert es ja auch ein wenig eure Segelerlebnisse niederzuschreiben und sie hier mit anderen zu teilen …

Es geschah gestern, allerdings war die Entscheidung schon viel früher gefallen….

Die Wettervorhersage war eindeutig. Der Ostersonntag war trocken und hatte mehr Wind als die darum liegenden Tage. Also Sonntag!! Am Nachmittag vorher die erst kürzlich ersteigerte Lis-Jolle aus dem Kiessee geslippt und auf den Hänger verladen. Im Internet in Erfahrung gebracht, wo und wie wir, mein Sohn Kai, 12 J. und ich Frank, 50 J., die Jolle wieder ins Wasser bekommen. Natürlich haben wir auch die Revierinformation gelesen. Wo es überhaupt hingehen sollte? Zum Edersee, wir wollten mal „Langstrecke“ ausprobieren.

Zuerst haben wir den Gottesdienst besucht und dann den Hänger angekoppelt. Los geht´s. Gegen Mittag sind wir in Waldeck angekommen. Der Wind war stärker als erwartet. Das Boot geslippt, Kai hat die Jolle an den nebenliegenden Steg gepaddelt. Vielen Dank an die Angler von Waldeck, denen der Steg gehört. Wir durften dort anlegen und das Boot auf und später auch wieder abriggen. Beim Maststellen half uns ein Spaziergänger – vielen Dank auch an ihn. Um 14:00 hieß es dann „Leinen los!“ 3 bis 4 Windstärken – Böen 5. Es ging richtig vorwärts! Erstmal Raumschotkurs – vor dem Wind war es mir zu heikel. Wir tauschten gelegentlich die Aufgaben. Ziel war es genau 1 Stunde in eine Richtung zu fahren und dann zurück. Damit man in etwa auch weiß wie lange man zurück (gegenan) braucht. Auf dem Edersee fahren auch Fahrgastschiffe – jede Menge und schnell. Wir sind mehrfach ausgewichen. Alle Boote, die reffen (die Segelfläche verkleinern) konnten, taten das. Wir konnten es nicht. Nach der ersten Biegung war der Wind fast weg. Das stand auch schon in den Revierinformationen. Der Wind kommt aus verschiedenen Richtungen und Stärken.

Der See der 7 Winde – heißt es. Die Ruhe half, wir konnten uns ausruhen, Brote essen und etwas trinken. Dann ging es auch schon weiter – der Wind kam zurück und wir preschten übers Wasser. „Preschten“ ist das falsche Wort – „glitten“ das Richtige. Auf einmal hatte ich das Entsetzen in den Augen. Kai war am Ruder und wir fuhren „Schmetterling“. Wasser spritzte in das Boot, aber nicht von außen, sondern von unten!! Kai johlte vor Glück und ich dachte wir gehen unter!!

Kai kannte das vom Abschleppen. Wenn ein Boot zu schnell geschleppt wird kommt Wasser aus dem Schwertkasten hochgespritzt, nur gut, dass der Junge Regatten segelt. Wie gesagt, es ging gut vorwärts. Dann nach einer Stunde kehrt und zurück. Jetzt begann die Arbeit. Segeln ist Sport, jetzt weiß auch ich warum. Mehrfach kämpften wir gegen das Kentern – schossen in den Wind oder machten die Segel „auf“. Glücklicherweise gibt es ja die Ecken mit deutlichen Windlücken – zum ausruhen. Die letzte Seemeile fuhren wir eine inoffizielle Regatta gegen zwei Dickschiffe. Sie holten zunehmends auf und drohten uns zu überholen, aber der Wind drehte und wir konnten unser Ziel direkt ansteuern. Der Winddreher blieb von den Dickschiffen unbemerkt und sie segelten weiterhin einen Kreuzkurs. Damit kamen wir natürlich klar zuerst an. Grins! 150 Minuten nach dem Dreher. Wieder was gelernt. Übrigens: Die DLRG war mit sehr schnellen Booten auf dem Wasser und hatte einen Blick auf alle Wassersportler. Auch ein Punkt der mir sehr angenehm in Erinnerung bleiben wird. Viel Sonne und Wind. So gegen 19:00 Uhr waren wir wieder zuhause – völlig erledigt … Was für ein herrlicher Tag.

Mast- und Schotbruch wünschen Euch … Kai und Frank Kohlmeier